Monitoring mittels eDNA

PKD-eDNA-Monitoring:

Die Monitoringkampagnen für Proliferative Nierenkrnakheit (PKD) wurden in der Schweiz aufgrund der wirtschaftlichen und ökologischen Kosten sowie des hohen Zeitaufwands der etablierten Methoden eingestellt. Dennoch hat die Krankheit weiterhin einen nicht zu vernachlässigenden, temperaturabhängigen Einfluss auf die Bachforellen (Salmo trutta) Populationen in der Schweiz, welcher sich gemäss den aktuellen Prognosen zur globalen Erwärmung voraussichtlich weiter verschärfen wird. Daher sind die Etablierung, Optimierung und Validierung eDNA-basierter Protokolle von entscheidender Bedeutung für die Einführung nicht-invasiver PKD-Monitoringkampagnen.

Dieses Projekt baut auf früheren Forschungsarbeiten am FIWI auf und verfolgt das Ziel, die etablierten institutseigenen eDNA-Protokolle zur Probenahme und Analyse für den Nachweis von des Krankheitserregers Tetracapsuloides bryosalmonae in einem grossen geografischen Gebiet (15 Flusssysteme von St. Gallen bis Waadt) über einen Zeitraum von zwei Jahren zu validieren. Die Proben werden je nach Jahreszeit monatlich oder zweimonatlich entnommen, und die Nachweisraten des Zielgens werden mit verschiedenen Umweltparametern (z. B. Wasser- und Lufttemperatur, Niederschlag, Abflussmenge) korreliert.

Darüber hinaus wird die im Wasser gemessene Parasitenmenge mit jener verglichen, die in den verschiedenen Wirten (d. h. Moostierchen und Bachforellen) festgestellt wird. Zusätzlich werden histologische sowie qPCR-Analysen an Fischen durchgeführt, um einen Überblick darüber zu erhalten, wie der Krankheitsstatus mit diesen Ergebnissen zusammenhängt. Abschliessend wird auch das Potenzial zur Einbindung von Citizen-Science-Initiativen in solche Probenahmekampagnen untersucht.

Die Ergebnisse sollen detaillierte Informationen über die räumlich-zeitliche Dynamik der Abundanz von T. bryosalmonae sowie über die Umweltfaktoren liefern, die diese beeinflussen. Zudem soll eine einfache, zuverlässige und nicht-invasive Methode für das Monitoring des PKD-Erregers entwickelt werden, die ggf. in Zukunft auf Bundesebene eingesetzt werden kann.

Kontakt: Manuel BlonçNicolas DiserensHeike Schmidt-Posthaus